Chronik

6. Mai 1903

Die Schach­freunde Neukölln werden gegründet.

ab 1945

Frühere Vereins­mit­glieder nehmen den Spiel­betrieb wieder auf. Es entwickeln sich fast zeitgleich zwei Neuköllner Vereine mit großen Aktivitäten. Der alte Schachklub Neukölln 03 nimmt mit drei spiel­starken Mannschaften an den Verbands­meis­ter­schaften teil.

1947

Die Schach­gruppe Neukölln-Nord wird gegründet und wird 1949 zum Verein Neuköllner Schach­freunde. Der damalige Vorsitzende Werner Baranowski hatte den Namen mit Bedacht gewählt: „Freunde, da nicht nur die Pflege des Schach­spiels im Vordergrund steht, sondern auch ein geselliger Geist und anständige sportliche Gesinnung.“ Dieser Verein erreicht ebenfalls ein beacht­liches Niveau, auch wenn man es nie ganz schafft, Neukölln 03 einzuholen.

1955

Der Schachklub Neukölln 03 erobert den Berliner Mannschaftspokal und spielt während der 50er Jahre regelmäßig in der Berliner Stadtliga.

1964

Die Schach­freunde geraten in eine ernste Krise. Ein Teil spiel­starker Mitglieder verläßt den Club und gründet den Schach­verein Schwarz-Weiß Neukölln, der schnell einen großen Aufschwung nimmt. Nachdem Bemühungen zu einer Fusion der drei Neuköllner Vereine zu einem Großverein scheitern, schließen sich auch die Spitzen­spieler von Neukölln 03 den „Schwarz-Weißen“ an, die damit zur unange­fochtenen Nummer Eins im Bezirk werden. Der Aufstieg des neuen Vereins bleibt nicht ohne Folgen für die beiden anderen Neuköllner Klubs.

7. September 1967

Abstieg und Mitglie­der­schwund führen schließlich zur Fusion der ehemaligen Rivalen: Aus dem Schachclub Neukölln 03 und den Neuköllner Schach­freunden entsteht der Verein Schach­freunde Neukölln 03. Trotzdem erreichen die Schach­freunde den Aufstieg in die Berliner Stadtliga nicht mehr. Zwar floriert nun die Jugend­arbeit; es gelingt jedoch nicht, die vielen Talente im Klub zu halten.

1975

Die Schach­freunde beziehen das „Schachheim“ in der Sonnenalle. Mit diesem neuen Zuhause werden die Schach­freunde jedoch nicht glücklich. Die hohen Kosten fordern drastische Erhöhungen der Mitglieds­beiträge. Trotzdem ist das Schachheim nicht zu halten. Schließlich geht man nach einigen Jahren wieder auf Wander­schaft - und landet im „Böhmischen Dorf“ am Richardplatz. Beim Einzug fehlen aber leider viele der alten Mitglieder. Eine Talfahrt setzt ein ...

1978

Die Schach­freunde feiern das 75. Jahr ihres Bestehens. Diese Feier sollte für längere Zeit die letzte große Aktivität gewesen sein. Die Flaute macht sich durch den Mitglie­der­schwund zusehens bemerkbar.

1983

Der Tiefpunkt. Nur noch zwei Mannschaften beteiligen sich an den Berliner Mannschafts­meis­ter­schaften. Die Mitglie­derzahl schrumpft auf 24.

1984

Der Wendepunkt. Ein neuer Vorstand wird gewählt, der als eine der ersten Maßnahmen die Mitglieds­beiträge deutlich reduziert. Rainer Dambach - heute Ehren­vor­sit­zender - übernimmt das Amt des Jugendwarts und setzt seine Pläne konsequent um: Werbe­turniere für vereinslose Spieler und die Betreuung von Schul­schach­mann­schaften sorgen mit der Zeit für eine solide Basis, so dass sich die Zahl der Mitglieder innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Die Idee der Paten­schaftskette wird geboren, wobei durch alle Klassen hindurch ein starker Spieler einen weniger starken trainiert, so dass bald eine allgemeine Steigerung des Spiel­niveaus zu verzeichnen ist. In den folgenden Jahren steigt die Mitglie­derzahl stetig auf über 100 Mitglieder.

1997

Die 1. Mannschaft der Schach­freunde steigt in die 1. Bundesliga auf.

2001

Ein Jahr, das - insbe­sondere für die 1. Mannschaft - verhei­ßungsvoll zu werden scheint. Beim Europapokal der Mannschaften in Panormo/Kreta hinterläßt unsere Erste einen guten Eindruck, auch wenn man in der Endplat­zierung ein wenig hinter den anfäng­lichen Erwar­tungen zurück­bleibt. Dann allerdings gelingt gleich in der 1. Runde der neuen Bundes­li­ga­saison zum ersten Mal ein Punkt­gewinn gegen einen der „großen Drei“ (Solingen / Porz / Lübeck) seit der Zugehö­rigkeit zur Bundesliga. Auch ansonsten stellt sich der Verein erfolg­reicher als je zuvor dar. Er hat nahezu 90 Mitglieder, aus denen sich insgesamt sechs Mannschaften zusam­men­setzen.

2003

Die Schach­freunde Neukölln feiern ihr 100-jähriges Bestehen. Bei einer Simul­tan­ver­an­staltung mit Großmeistern aus der 1. Mannschaft des Vereins überreicht Alfred Kinzel, der Ehren­prä­sident des Deutschen Schach­bundes, dem Vereins­prä­si­denten Jörg Schulz die Ehren­urkunde.

Auch im Jahr des 100-jährigen Bestehens gelingt es der 1. Mannschaft, den Klassen­erhalt in der 1. Bundesliga zu sichern, und das trotz der geringen finan­ziellen Möglich­keiten des Vereins. Auch die anderen Mannschaften des Vereins schneiden in ihren Klassen fast alle erfolgreich ab.

30. November 2005

Die Schach­freunde Neukölln verlassen nach über 100 Jahren ihren Kiez und ziehen nach Schöneberg. Der Vereinsname wird in Schach­freunde Berlin 1903 e. V. geändert.