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Überzeugender Sieg sichert Klassenerhalt

Mit einem nicht unverdienten 6,5-1,5-Erfolg gegen Berolina sichern wir uns vorzeitig den Klassenerhalt, der aufgrund theoretischer drei Absteiger vorher noch nicht sicher war. Dabei kamen wir in die ungewohnte Situation, mit acht gegen sieben Spieler antreten zu dürfen, sodass wir nach einer halben Stunde bereits 1:0 führten und sich Kai Stephan Kussatz auf den - nicht ganz verdienten, aber dennoch gegönnten - Nachhauseweg machen konnte.
 

Die Einzelergebnisse:

SF Berlin 1903 4 - SV Berolina Mitte 2 6,5 : 1,5

Martin Kunze - Katja Sommaro ½ : ½
Kai-Stephan Kussatz - Alexander Bock + : -
Wolfram Burckhardt - Peter Müller 1 : 0
Dr. Karl Georg Haeusler - Andreas Barwich 1 : 0
Felix Zesch - Andreas Reiche 0 : 1
Udo Lechtermann - Alfred Barwich 1 : 0
Mark Müller - Henry Reiche 1 : 0
Peter Baranowsky - Martin Windmüller 1 : 0


Martin Kunze
spielte von Anfang mit Schwarz gegen seine mit 2078 eingestufte Gegnerin konsequent auf Ausgleich, wobei ihm die von ihr gewählte Eröffnung - 1.b3 - sicherlich hilfreich war. Es entstand eine sehr ruhige Partie, in der zügig alles abgetauscht wurde. Ich war bass erstaunt, nach der Partie zu erfahren, dass Martin ein mit dem 14. Zug ein zugegebenermaßen sehr frühes Remisangebot seiner Gegnerin zwischendurch abgelehnt hatte (ohne mich zu kontaktieren, aber dies nur am Rande), in einer Stellung, die einfach total ausgeglichen war. Dies spricht natürlich sehr für seinen Kampfgeist; allerdings beging er unmittelbar danach einen ernsten taktischen Fehler, der ihn die Partie hätte kosten sollen auf einem +2000-Niveau. Seine Gegnerin aber nahm diese Möglichkeit nicht wahr und so einigte man sich dann doch im 20. Zug auf Remis.

Peter Baranowsky hatte das Glück des Tüchtigen, mit seiner Spezialvariante als Weißer, die an dieser Stelle aus naheliegenden Gründen nicht verraten wird, schnell Vorteil zu erzielen, da der Schwarze (wie so viele) darauf nicht optimal reagierte. Statt eine positionelle Ruine zu verwalten, entschloss er sich also, schon im 10. Zug eine Figur zu opfern, wofür er zwar Peters König zu einem Kurzausflug nach d2 nötigen konnte; mehr passierte aber auch nicht, und obwohl Peter in der Folge noch etwas Luft rein ließ, indem er einen taktischen Bauerngewinn übersah, gewann er sicher die Partie. Damit hat er seine Punktebilanz in der Stadtliga ausgeglichen, in der 1. Klasse ist er ohnehin im Plus. Mal sehen, was die kommende Saison bringen wird.

Felix Zesch spielte eine ordentliche Partie, der er als Schwarzer in einer ungewöhnlichen Franzosenvariante schnell ausgleichen konnte. Leider unterlief ihm in einem Schwerfigurenendspiel ein zweizügiges Versehen, wonach er Matt nur durch Damenverlust hätte abwenden und also aufgeben musste. Schade, dass dies so unglücklich und etwas ungerecht ablief.

Wolfram Burckhardt gewann wieder einmal scheinbar problemlos. Leider erinnere ich mich nicht mehr genau an die Partie und weiß nur noch, dass sein Gegner in unklarer, aber wohl eher schwieriger Lage einen schönen taktischen Schlag von Wolfram zuließ, den dieser natürlich auch sah, wonach die Partie unmittelbar beendet war.

Udo Lechtermann setzte die Reihe seiner Eröffnungsexperimente fort und ließ nach 1.g3 schon im 2. Zug einen seiner Bauern (diesmal war es der c-Bauer) die 3. Reihe überschreiten. Sein Gegner baute sich darauf etwas ungewöhnlich mit d5, c6, e6 und auch g6 auf, installierte einen durch f5 unterstützten Springer auf e4, den Udo schlug, wonach Schwarz mit einer weißfeldrigen Bauernkette verblieb. Die wollte Udo ihm nicht lange gönnen, sondern bot ein Springeropfer gegen insgesamt 3 Bauern an, das sein Gegner nach überraschend kurzem Nachdenken verschmähte. Die Partie war dann etwa ausgeglichen, weswegen Udo folgerichtig Remis anbot. Ich vermute, sein schon etwas betagterer Gegner hat dies überhört, denn ohne eine Regung zu zeigen, setzte er die Partie fort, nur um kurz danach in einem gleichfarbigen Läuferendspiel mit einem Minusbauern ums Remis zu kämpfen. Mit feiner Technik vermieste ihm Udo dies und kam zu seinem 2. Sieg in Folge - eine Premiere in seiner Karriere für die Schachfreunde. Merke: Ein Remisangebot hat schon so manchen Sieg verhindert ...

In meiner eigenen Partie reagierte mein Gegner sehr zurückhaltend auf mein Caro-Kann, wodurch ich sehr bald ausglich und früh die Initiative übernahm - mit 7 Bauernzügen in den ersten 9 Zügen. Statt wie üblich mein Gegenspiel am Damenflügel zu suchen, schloss ich diesen erstmal ab, rochierte lang und startete einen Königsangriff gegen die kurze weiße Rochade. Dieser Strategie (die uns beide viel Zeit kostete - nach 15 Zügen hatten wir zusammen 160 Minuten verbraten) hatte mein Gegner wenig entgegenzusetzen, stand nach 16 Zügen auf Verlust und musste schließlich nach weiteren 20 Zügen aufgeben.

Georg Häuslers Gegner versöhnte mich zwar etwas dadurch, dass er immerhin nach der Partie Georg von sich aus die Hand reichte - aber nicht zur Aufgabe, denn er gab nicht auf, sondern ließ sich mit Dame und Turm gegen König mattsetzen. Offenbar hatte ihn Georgs etwas ungewöhnliche Eigenschaft, ein Schachgebot auch als solches verbal zu kennzeichnen, so aufgeregt, dass er auf die Etikette pfiff.

Die Königsindische Verteidigung behandelte sein Gegner ziemlich antipositionell, Georg erhielt kostenlos die offene d-Linie und den Springervorposten d5. Als ein gegnerischer Springer auf d4 auftauchte, konnte er dies zu einem Bauerngewinn nutzen und schließlich in ein Turmendspiel mit Mehrbauern überlenken. Wahrscheinlich hätte man auch anders abwickeln können, aber nach einigen Wirrungen, in deren Zuge Georg eine lange Königswanderung unternahm, um mutwillig einen Bauern „einzustellen" und damit Pattideen zu verhindern, und anschließend wieder mit den König in die ursprüngliche Lage zurückmarschierte, gewann er dann doch.

Ein überzugender Sieg; nächsten Sonntag geht es dann gegen das Tabellenschlusslicht Pankow, wo wir das Saisonende mit einem positiven Punktescore feiern wollen.


Autor: mm -- 8.4.2010 1:53:15


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xx_zaehler

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